Liebe Damen und Herren,

inmitten dieser vorlesungsfreien Zeit grüße ich Sie alle sehr herzlich. Ich hoffe, dass Sie diese Wochen in Ihrem Sinne verbringen, produktiv und natürlich aber auch zur Erholung nutzen können.

Die Planungen für das kommende Wintersemester laufen bereits auf Hochtouren. Leider wirft die Corona-Pandemie immer noch ihren Schatten auf unser Leben und eben auch auf die Möglichkeiten von Studium und Lehre in den nächsten Monaten.

Ende August hat der Präsident der Universität Trier, Prof. Jäckel, in einer Videoansprache die Planungen der Universität für den Lehrbetrieb im kommenden Wintersemester erläutert. Sie haben seine Ausführungen vermutlich auch schon zur Kenntnis genommen. An der Universität Trier wird es so sein, dass die Vorlesungen auch im WS 2021/22 digital stattfinden und lediglich Seminare, Übungen und natürlich auch Labortätigkeiten in Präsenz durchgeführt werden.

An der Theologischen Fakultät Trier versuchen wir mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Raumkapazitäten und die Teilnehmerzahlen in unseren Lehrveranstaltungen im kommenden Wintersemester den folgenden Weg zu gehen:

  • Für die Regel-Studiensemester 1, 3 und 5 des Vollstudiums "Magister Theologiae" finden grundsätzlich alle Lehrveranstaltungen - einschließlich der Vorlesungen - in Präsenz statt. (Im Vollstudium wird das 5. Semester aufgrund der zweijährlich angebotenen Lehrveranstaltungen der Module 6-14 in die Präsenzregelung mit einbezogen)
  • Für die Regelstudiensemester 1 und 3 in allen anderen Studiengängen finden ebenfalls alle Lehrveranstaltungen - einschließlich der Vorlesungen - in Präsenz statt.
  • Für die Regel-Studiensemester 5 (außer Vollstudium!), 7 und 9 in sämtlichen Studiengängen werden - wie an der Universität Trier auch - lediglich Proseminare, Seminare und Übungen sowie Kurse aus den Modulen 15 und 23 in Präsenz angeboten. Die Vorlesungen finden hingegen auch noch einmal in diesem WS für die betroffenen Studienjahrgänge digital statt.

 Zu dieser Regelung, die zweifellos eine Kompromiss-Regelung darstellt und sicher nicht allen Vorstellungen oder Erwartungen gerecht zu werden vermag, möchte ich noch die folgenden Erläuterungen geben:

  • Gerade unsere unteren Studienjahrgänge waren in den letzten Semestern besonders hart von den Corona-Bedingungen betroffen, weil sie bislang noch so gut wie gar keine Lehrveranstaltung in Präsenz oder so etwas wie ein "Campus-Leben" erfahren konnten. Für diese Gruppe unserer Studierenden daher so viel Präsenz als möglich zu organisieren bzw. den Studienanfängern den Einstieg in das Studium zu erleichtern, ist ein Hauptmotiv für diese Regelung.
  • Die Studierenden in den höheren Semestern bitte ich um Verständnis dafür, dass sie nicht vom "Nachteilsausgleich" für die unteren Semester profitieren können. Sämtliche Lehrveranstaltungen an der Fakultät in Präsenz anzubieten, würde doch insgesamt zu viele Personen und zu viel Bewegung auf den Campus der Universität bringen. Da wir als Theologische Fakultät in enger Kooperation mit der Uni Trier stehen und deren Bemühen, das Infektionsgeschehen überschaubar zu halten, uneingeschränkt befürworten und mittragen wollen, erscheint eben der oben dargestellte Kompromiss als ein verantwortbarer Weg. Selbstverständlich können auch Studierende aus den höheren Semestern im Bedarfsfall eine Präsenz-Vorlesung aus den unteren Regelstudiensemestern belegen. Auch gibt es kein Verbot, bei einer sehr kleinen Zahl an Teilnehmern (unter 10 Personen) in den Modulen MT 16-23 eventuell Absprachen zwischen Dozierenden und Studierenden zu treffen, in denen einvernehmlich (!) die Vorlesung als Präsenzveranstaltung durchgeführt wird. Die dazu erforderlichen organisatorischen Maßnahmen (Raumbelegung, Infektionsschutz) liegen dann allerdings in der Verantwortung des Dozierenden bzw. des zuständigen Lehrstuhlsekretariates, nicht beim Rektorat oder Studiendekanat.
  • Ein "Wechselbetrieb" durchgehend für alle Semester an unserer Fakultät, in dem sich dann wöchentlich digitale und präsentische Vorlesungen abwechseln und somit insgesamt auch stets nur die Hälfte der regulären Personenzahl auf dem Campus anwesend wäre, erscheint wegen der damit verbundenen organisatorischen Herausforderungen als keine geeignete Alternative zur oben getroffenen Regelung, selbst wenn "gerechte Gründe" auch für so eine Lösung sprechen würden. Ohnehin steht zu erwarten, dass schon die jetzt getroffene Regelung an der Theologischen Fakultät so manche logistische Herausforderung bereiten wird - auch in dieser Hinsicht möchte ich alle Beteiligten und Betroffenen schon bei dieser Gelegenheit um Geduld und Nachsicht bitten.

Wie Sie alle meinen Erläuterungen entnehmen können, haben wir einigermaßen damit gerungen, eine möglichst akzeptable Lösung für den Studienbetrieb an unserer Fakultät im kommenden Wintersemester zu finden, die a) den konkreten Gegebenheiten (Teilnehmerzahlen bei den Vorlesungen, Raumkapazitäten) an der Fakultät Rechnung trägt, b) die Maßgaben der Uni Trier in Betracht zieht und deren Bemühen um einen guten Infektionsschutz mitträgt und c) vor allem aber auch die spezielle Belastung der Studienanfänger des kommenden Semesters sowie der letzten vier Semester würdigt bzw. zu verringern bemüht ist.

Ich bin Ihnen allen - Dozierenden wie Studierenden - gleichermaßen dankbar, wenn Sie den beschriebenen Weg für die Lehre an der Theologischen Fakultät im kommenden Wintersemester untertützen und realisieren helfen. Sofern sich Fragen und Probleme auftun, wenden Sie sich bitte an das Rektorat oder das Studiendekanat. Es werden sich hoffentlich Lösungen finden lassen - womöglich aber eher nach dem Motto eines ehemaligen Bischofs meiner Heimatdiözese Passau: "Ganz recht wird's nia, aber es is immer no recht word'n."

 

Mit allen guten Wünschen und herzlichen Grüßen

Ihr Johannes Brantl